29. Februar 2020

Wie Hormone den Schlaf beeinflussen

In den Wechseljahren kommt der natürliche Rhythmus oft durcheinander

(djd). Das Geheimnis des Schlafes ist trotz aller Forschung immer noch nicht ganz und gar entschlüsselt. Sicher ist, dass bestimmte Hormone, etwa das “Schlafhormon” Melatonin, eine Rolle bei der Schlafsteuerung spielen. Aber auch die weiblichen Sexualhormone sind für eine ungestörte Nachtruhe wichtig. Bisher galt vor allem das Gelbkörperhormon Progesteron als schlaffördernd und beruhigend. Studien haben jedoch gezeigt, dass auch Östrogene einen positiven Einfluss auf die Schlafqualität von Frauen haben.

Körpertemperatur außer Kontrolle

Das zeigt sich besonders in den Wechseljahren, wenn die Östrogenproduktion nachlässt. Vor allem hat der Östrogenmangel oft Störungen der Temperaturregulation des Körpers zur Folge: die gefürchteten Hitzewallungen. Werden Frauen dann mehrmals pro Nacht durch eine plötzlich steigende Körpertemperatur, heftige Schweißausbrüche und anschließendes Frösteln aus dem Schlummer gerissen, kann von Erholung keine Rede mehr sein. Kein Wunder, wenn sie sich am nächsten Tag wie gerädert fühlen, reizbar, müde und wenig leistungsfähig sind. Viele Frauen empfinden deshalb Schlafstörungen als ein besonders belastendes Symptom der Wechseljahre.

Fehlt der Schlaf in der Nacht, fühlt man sich am nächsten Tag wie gerädert, ist reizbar, müde und wenig leistungsfähig.
Foto: djd/Hormontherapie Wechseljahre/Getty

Durch den positiven Einfluss der weiblichen Hormone auf die Wechseljahresbeschwerden kann eine Hormonersatztherapie (HRT) auch Schlafstörungen deutlich lindern. Einer aktuellen Studie zufolge wurden Schlafunterbrechungen deutlich seltener, wenn das Östrogen Östradiol über die Haut, etwa mit einem Gel, verabreicht wird, als bei einer Tabletteneinnahme. Durch die 24-stündige, kontinuierliche Abgabe des Östradiols werden auch nachts gleichmäßige Wirkspiegel erzielt.

Ansprechpartner Gynäkologe

Das ebenfalls schlaffördernde Hormon Progesteron kann als Gestagen-Komponente die Hormontherapie ergänzen. Ein Gestagen wird immer dann verordnet, wenn die Frau noch eine intakte Gebärmutter hat, um die Schleimhaut vor Wucherungen zu schützen. Frauen, die unter Wechseljahresbeschwerden und Schlafproblemen leiden, sollten sich an ihren Gynäkologen wenden – der Meno-Check unter www.wechseljahre-verstehen.de hilft bei der Vorbereitung auf das Arztgespräch. Der Facharzt kann dann über eine mögliche Behandlung und die passenden Präparate entscheiden.

(djd). Das Geheimnis des Schlafes ist immer noch nicht restlos entschlüsselt. Sicher ist, dass bestimmte Hormone, etwa das “Schlafhormon” Melatonin, eine Rolle bei der Schlafsteuerung spielen. Aber auch die weiblichen Sexualhormone sind für eine ungestörte Nachtruhe wichtig. Bisher galt vor allem das Gelbkörperhormon Progesteron als schlaffördernd und beruhigend. Studien haben jedoch gezeigt, dass auch Östrogene einen positiven Einfluss auf die Schlafqualität von Frauen haben. Wir erklären, welche Folgen der in den Wechseljahren einsetzende Hormonmangel für den Schlaf von Frauen haben kann.

Mögliche Beschwerden in den Wechseljahren

(djd). Schlafstörungen sind ein typisches Symptom der Hormonumstellung – aber bei weitem nicht das einzige. Auch diese Beschwerden können durch den Wechsel verursacht werden:

  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Herzklopfen sind am häufigsten. Sie werden unter dem Oberbegriff “vasomotorische Symptome” zusammengefasst.
  • Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen treten ab 50 ebenfalls gehäuft auf.
  • Scheidentrockenheit ist bei vielen Frauen eine Folge des Östrogenmangels. Denn durch diesen bildet sich die Scheidenhaut zurück, wird schlechter durchblutet und befeuchtet.
  • Auch Gelenkschmerzen, Harninkontinenz und Osteoporose sind mögliche Beschwerden. Unter www.wechseljahre-verstehen.de gibt es mehr Informationen.
    Worried mother talking to daughter on sofa
    Viele Frauen in den Wechseljahren kennen das Problem: Hitzewallungen in der Nacht rauben jeden Schlaf. Eine Hormonersatztherapie (HRT) kann solche Störungen lindern. Foto: djd/Hormontherapie Wechseljahre/Getty