28. November 2020

Einsatz von Phytohormonen

Einsatz von Phytohormonen bei Wechseljahre-Beschwerden

Aus berechtigter Sorge vor Nebenwirkungen bei chemischen Hormonen, setzen viele Frauen heute vorrangig auf die sanfte Alternative in Form von Phytohormonen, pflanzliche Hormone.

Was sind Phytohormone

Bei Phytohormonen handelt es sich um Substanzen aus Pflanzen, die denen der körpereigenen Hormone sehr ähneln.

Diese Wirkstoffe in den Pflanzen nehmen Einfluss auf das weibliche Hormonsystem im Körper, da sie zum Teil ähnlich wirken wie die Geschlechtshormone, aber auch weil sie die Hormonfreisetzung oder die Steuerung der Geschlechtshormonbildung normalisieren bzw. harmonisieren.

Zu den wichtigsten Phytohormon-Pflanzen zählen unter anderem Traubensilberkerze Mönchspfeffer, Süßholz, Türkischer Rhabarber, Steinklee, Ginseng, und Salbei.

Wichtige Heilpflanzen:

  • Traubensilberkerze (lat. Cimicifuga racemosa) wird auch Wanzenkraut genannt. Diese Heilpflanze ist zwar kein Hormon, aber das Extrakt wirkt östrogenartig und hemmt das Steuerhormon, welches für die Gestagen-Bildung verantwortlich ist.
    Es wirkt krampflösend und reduziert Hitzewallungen.
  • Mönchspfeffer (lat. Agnus castus)
    Ein Präparat aus den Beeren des Eisenkraut-Strauches reguliert Hormonschwankungen, da es eine direkte Wirkung auf die Steuerung der Östrogen- und Gestagenbildenden Körpergewebe hat. Beschwerden wie Brustspannen und Hitzewallungen werden nachhaltig gemildert.
  • Süßholz (lat. Glycyrhiza glabra)
    Da Süßholz Östradiol und Östron enthält ist es ein natürliches Hormonersatz-Präparat. Wegen seiner Wirksamkeit wird es auch als Husten- oder Schleimlöser eingesetzt. In hohen Dosierungen hebt es allerdings den Blutdruck, da es im Körper Wasser bindet.
  • Türkischer Rhabarber (lat. Rheum rhaponticum)
    Der Türkische Rhabarber enthält sogar mehrere östrogenartige Wirkstoffe, jedoch haben sich die Stoffe als zu schwach erwiesen. Zusammen mit anderen Präparaten wird der Extrakt aber bei Menstruationsstörungen in der Prämenopause eingesetzt.
  • Steinklee (lat. Melilozis offcinalis)
    Steinklee oder auch Honigklee ist in der Naturheilkunde als Krampflöser beliebt. Da ihm eine beruhigende Wirkung nachgesagt wird, eignet er sich auch zur Behandlung von Schlafstörungen in den Wechseljahren.
  • Vorsicht bei Rotklee (lat. Trifolum pratense)
    diese Nutzpflanze soll angeblich die hormonelle Balance unterstützen, was bisher jedoch nicht nachzuweisen ist.
    Aber dafür gilt ein erhöhtes Brust- und Kropfrisiko als sicher.
  • Ginseng
    Ginseng gibt es als Tropfen oder als Dragees und soll gegen Altersbeschwerden helfen. Auch sagt man ihm eine östrogenartige Eigenschaft nach, was allerdings bisher nicht nachgewiesen wurde.
  • Salbei (lat. Salvia offcinalis)
    Salbei kennt man nicht nur als wohlschmeckendes Kraut für die moderne Küche sondern auch als bewährtes Heilmittel. In den Wechseljahren kann es starkes Schwitzen bei Hitzewallungen einschränken.
  • Soja (lat. Glycine max)
    Soja enthält aktive Isoflavone, welche eine positive Wirkung auf das Hormonsystem der Frau, allgemein gegen Altersbeschwerden und auch zur Vorbeugung von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Brust- und Prostatakrebs helfen soll.
    In asiatischen Ländern schwört man auf Soja.
    Am sinnvollsten ist der Genuss von Vollwertprodukten (wie Sojamilch, Tofu, Gerichte mit Sojavollbohnen) anstelle von Nahrungsergänzungsmitteln.
  • Hopfen (lat. Humulus lupulus)
    Hopfen wirkt schlaffördernd, hat eine höhere Östrogen- Aktivität als alle bekannten anderen Pflanzen mit östrogenartiger Wirkung und kommt in zahlreichen pflanzlichen Kombinationsmitteln als Beruhigungs- bzw. pflanzliche Einschlafhilfe vor.
  • Yamswurzel (lat. Discorea villosa)
    Natürliches Progesteron wird mittlerweile aus dem Grundstoff der kartoffelähnlichen Yamswurzeln nachgebildet, da sie zu ca. zwei Prozent Diosgenin enthält, welches dem weiblichen Hormon Progesteron chemisch sehr ähnlich ist. In Form von Tabletten, Cremes, Gel oder Öl ist dieses natürliche Progesteron wirksamer als die üblichen Gestagenpräparate und hat aber weniger Nebenwirkungen.

Harmonie des Hormonhaushalt

Dies sind nur einige Vorschläge von Heilpflanzen-Wirkstoffen, die Ihnen helfen können, ohne Nebenwirkungen, mit den Wechseljahr-Beschwerden besser fertig zu werden, da sie den Hormonhaushalt harmonisieren können.

Ein Tipp gegen depressive Stimmungsschwankungen: Johanniskraut, als Tee oder Dragee wirkt es schmerz- und krampflindernd und hilft bei leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen oder nervöser Unruhe.

Warum nicht auf die Kraft der natürlichen Elemente bauen, denn Phytopharmaka müssen heute die gleichen hohen Anforderungen bezüglich der Qualität, der Wirksamkeit, und der Unbedenklichkeit erfüllen wie chemisch produzierte Arzneimittel.

Bitte sprechen Sie vor der Einnahme von pflanzlichen Medikamenten mit Ihrem Arzt darüber, da viele Phytohormone in der Lage sind, eine Wirkung zu erzielen, die der Wirkung von menschlichen Hormonen ähnelt und lassen Sie sich vor dem Kauf in Ihrer Apotheke beraten.