30. November 2017

Jetzt schon in den Wechseljahren?

Früherkennung ermöglicht rechtzeitige Behandlung

Marianne ist schon seit Wochen gereizt und schlecht gelaunt. Aus jeder Kleinigkeit wird ein Drama: sei es der zu heiß gewaschene Pullover, sei es die kleine Meinungsverschiedenheit mit ihrer Nachbarin über das Blumenbeet im Vorgarten. Ihr Mann beschwert sich schon „Reg dich doch nicht immer so künstlich auf“ und findet „Du bist ja schlimmer als in deiner Schwangerschaft!“ Spielen vielleicht tatsächlich die Hormone eine Rolle? „Sollte ich etwa schon in die Wechseljahre kommen, mit 43?“, fragt sich Marianne. Über Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche klagt sie ja ebenfalls.

Abwegig ist der Verdacht nicht. Stimmungsschwankungen sind ein mögliches Symptom neben Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Herzklopfen oder depressiven Verstimmungen. Die Menopause oder die Wechseljahre sind eine normale, wenn auch nicht unproblematische Phase im Leben einer Frau. Es ist eine entscheidende Stufe im Alterungsprozess. Neun von zehn Frauen haben während dieser Zeit unmittelbar mit Menopausebeschwerden zu tun.

Beschwerden in den Wechseljahren

In der Regel setzt die neue Lebensphase zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein, kann jedoch auch bereits Mitte/Ende 30 beginnen. Jedoch weiß der Großteil der Frauen nicht, dass die Beschwerden durch die Wechseljahre verursacht werden. Obwohl diese Kenntnis doch sehr wichtig wäre. Denn Frauen, die wissen, dass sie in der Menopause sind, können Vorkehrungen treffen, um ihre unmittelbaren Symptome zu reduzieren und vor allem mögliche langfristige Risiken zu verhindern.

Mittlerweile gibt es Hormontests (zum Beispiel in der Apotheke erhältlich), die zu Hause einfach und unkompliziert durchgeführt werden können. So erhalten Frauen Informationen  über ihren menopausalen Zustand. Solch ein Test misst zum Beispiel die Konzentrationen von follikelstimulierendem Hormon (FSH) im Urin. Das FSH ist ein wichtiges Hormon im weiblichen Hormonhaushalt. Während des weiblichen Menstruationszyklus wird es von der  Hirnanhangdrüse produziert, um das Wachstum und die Reifung der Follikel in den Eierstöcken zu stimulieren. Mit Beginn der Menopause werden die monatlichen Blutungen unregelmäßiger, und die Funktion der Eierstöcke vermindert sich zusehends. Darauf reagiert der Körper mit einer vermehrten Ausschüttung von FSH, das seinerseits die sinkende Östrogenproduktion erhöhen soll. Steigende FSH-Werte sind ein deutlicher Hinweis auf den Eintritt der Frau in die Wechseljahre. Die Sicherheit, ob sich eine Frau in der Menopause befindet, ermöglicht ihr, den Symptomen aktiv zu begegnen.(dgk)

Quelle: www.dgk.de
Foto: DGK