6. Juli 2018

Die weiblichen Hormone

Einfluss der Hormone auf den Organismus

Die weiblichen Hormone

Eine wichtige Wechselphase im Leben einer Frau ist die Pubertät. Der Monatszyklus stellt sich ein und die erzeugten Östrogene wirken als „Sexualhormon“ und haben Auswirkungen auf das Wachstum der weiblichen Geschlechtsmerkmale. Sie steuern auch das sexuelle Verlangen und die Liebesbereitschaft. So ganz nebenbei wirken sie sich positiv auf das Herzkreislaufsystem aus und beugen Arteriosklerose vor. Die Bildung von Kollagen und das Einlagern von Wasser sorgen für eine straffe und strahlende Haut.

Hormone in den Wechseljahren

In den Wechseljahren fehlen nach und nach die Geschlechtshormone und das Ende der Geschlechtsreife ist erreicht – die Menopause. Während der Zeit stellen die Eierstöcke allmählich ihre Funktion ein und die Produktion von Östrogen und Progesteron im weiblichen Körper fällt ab. Wegen des niedrigen Östrogenspiegels im Blut stellt auch die Gebärmutter die Menstruationsblutungen ein.

Durch diese Östrogenschwankungen leiden Frauen unter den typischen Wechseljahresbeschwerden wie Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Schlafstörungen und extremen Stimmungsschwankungen.
Aber auch dauerhafte Beeinträchtigungen wie Blasenschwäche, Infektionen der Harnwege, Bluthochdruck, trockene Haut und ein erhöhtes Risiko für Osteoporose sind die Folge des fehlenden Hormons.

Was sind Hormone?

Als Hormone bezeichnet man Botenstoffe, die für alle lebenswichtigen Vorgänge im Körper notwendig sind. Sie übermitteln bestimmte Signale zwischen dem Organen und steuern so den Ablauf verschiedener naturbedingter Prozesse.
Hormone oder auch Androgene (Sexualhormone) beeinflussen unser Lebensgefühl, verändern den Körper und sorgen dafür, dass wir unglücklich oder glücklich sind.

Drei Hormongruppen: Östrogene, das Gestagen (Gelbkörperhormon) und in kleineren Mengen Androgene (männliche Hormone) sind ständig im Körper im Umlauf. Diese haben verschiedene Aufgaben wie z.B. die Blutfette zu kontrollieren, das Risiko von Thrombosen und Infarkten zu mindern, die Knochen vor Entmineralisierung (Osteoporose) zu schützen und die Feuchtigkeitsregulierung von Haut, Haaren und Hand- und Fußnägeln.

Wo werden die wichtigsten Hormone in unserem Körper produziert?

  • Epiphyse – Die Epiphyse ist der klinische Fachausdruck für die Zirbeldrüse des Gehirns welches ein kleines Organ im Epithalamus (einem Teil des Zwischenhirns) ist. Hier wird das Hormon Melatonin produziert. Über das Melatonin werden der Schlaf-Wach-Rhythmus und andere zeitabhängige Rhythmen des Körpers gesteuert.
  • Hypothalamus und Hypophyse – Der Hypothalamus ist ein kleiner Bereich im Zwischenhirn, welcher dieses mit dem Hormonsystem verbindet und Kontakt zur Hirnanhangdrüse (Hypophyse) hat, wo er die Hormonausschüttung reguliert und unter anderem Neuropeptide, Botenstoffe von Nervenzellen wie Endorphine, bildet.
    Die Hypophyse ist eine Hormondrüse welche eine zentrale Rolle bei der Steuerung der vegetativen Funktionen im Körper spielt.
    Bekanntestes Hormon sind die Endorphine, die als körpereigene Opiate ihre Wirkung insbesondere im Gehirn und in verschiedenen Organen entfalten. Sie wirken unter anderem schmerzstillend, regeln die Körpertemperatur, den Blutdruck und steuern Verhalten und Gefühle wie z.B. Schlaf-Wach-Rhythmus, Hunger und Durst und den Geschlechtstrieb des Menschen.
  • Die Schilddrüse – Schilddrüsenhormone sind unentbehrlich für das Wachstum des Skeletts und führen im Nervensystem zu einer verstärkten Funktion der Zellen. Sie wirken außerdem auf Herz und Kreislauf und können die Erweiterung der Gefäße bewirken. Weiterhin steigern sie den Umsatz von Zucker-, Fett- und Bindegewebsstoffwechsel und den regen den Stoffwechsel an. Bei der Unterproduktion von Schilddrüsenhormonen leidet man an Antriebslosigkeit, Depressionen und schlechter Laune, sowie unter Gewichtszunahme.
  • Die Bauchspeicheldrüse – Die Bauspeicheldrüse erzeugt das bekannte Insulin, welches ausgeschüttet wird um den Blutzuckerspiegel zu senken und regt die Aufnahmeförderung von Glukose (Zucker) in die Leber und der Muskulatur als Reserven in die Blutspeicher an. Gleichzeitig produziert es das Glukagon, welches als „Gegenpart“ des Insulins bei körperlicher Anstrengung und in Stresssituationen dafür sorgt, dass Zuckerreserven aus den Blutspeichern ins Blut abgegeben werden. Auch wandelt Insulin, Zucker in den entsprechenden Zellen, in Fett um.
  • Die Nebennieren – Die Nebennieren und das Nebennierenmark erzeugen mehrere verschiedene Hormone, welche z.B. den Sauerstoffgehalt regulieren und die Bildung roter Blutkörperchen anregen. Ein männliches Hormon, wie das Testosteron, wird in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde produziert. Ein Östrogenmangel in den Wechseljahren kann dadurch zu einem Überschuss dieser Hormone führen und bei Frauen Akne und starken Haarwuchs im Gesicht und am Körper verursachen. Im Nebennierenmark wird auch das klassische Stresshormon Adrenalin gebildet.
  • Eierstöcke – Hier werden die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron gebildet. Diese beeinflussen unter anderem den Stoffwechsel und einige Prozesse im Gehirn. Durch die Reduzierung können Wechseljahrs-Beschwerden auftreten und Osteoporose entstehen. Östrogen und Progesteron haben einen relativ großen Einfluss auf das körperliche und seelische Wohlbefinden einer Frau, da sie für eine gesunde und straffe Haut und für festes und dichtes Haar sorgen.